SSR: Bildungsnotstand in Bremerhaven unübersehbar

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Bremerhaven wird immer mehr zur Bildungswüste. An den städtischen Schulen sind drastische Stundenausfälle in viel zu großen Klassen zu beklagen. Am 23.04. titelte die Nordsee-Zeitung: „Jede sechste Stunde fällt aus“. Zum Beispiel fielen in einer Klasse der Humboldtschule seit den Sommerferien 150 Stunden aus. Auch die Versorgung mit Lehrern wird immer katastrophaler. Die vielen Lehrer, die jetzt in Rente gehen, werden nicht durch neue ersetzt und es wird immer schwieriger neue Lehrer nach Bremerhaven zu bekommen.

Stattdessen rechnet aber das Land Bremen vor, Bremerhaven hätte jetzt schon im Vergleich zur Stadt Bremen 74 Lehrer zu viel. Das nennt der Stadtschülerring Vogelstrauß-Politik: Überall in der Stadt fehlen Lehrer, aber Bremen geht von einer Lehrerüberversorgung in Bremerhaven aus!

Der SSR erwartet von der Bremerhavener Politik sich weit über das bisherige Maß für die Belange der Bremerhavener Schüler einzusetzen und massiv dafür zu sorgen, dass unsere Schüler die Chance zu einer vernünftigen Ausbildung bekommen. Die allseits praktizierten Lippenbekenntnisse helfen den Schülern nichts.

Als ob das alles nicht reichen würde, zweigt Bremen die dem Land zugestandene Sonderzuwendung von 19.6 Millionen Euro ausschließlich für die Stadt Bremen ab. Für das gebeutelte Bremerhaven ist kein Cent zusätzlich vorgesehen. Der SSR meint, dass von dieser Summe den Bremerhavener Schulen wenigstens 20 Prozent zustehen und erwartet von der Bremerhavener Politik dies durchzusetzen, notfalls auch mit rechtlichen Mitteln.

Wenn die Rede davon, dass „Bildung ein Schwerpunkt der Politik sein soll“, ernst gemeint ist, muss sich das im kommenden Bremerhavener Doppelhaushalt 2010/11 in konkretem Zahlen niederschlagen. Das erwartet der SSR im Namen aller Bremerhavener Schüler.